Fussbad Au-Höngg | Werdinsel

Flussbad Au-Höngg | Werdinsel

Das Flussbad Au-Höngg liegt auf der Werdinsel – einer kleinen Naturoase zwischen der Limmat und einem künstlich angelegten Kanal im Quartier Höngg der Stadt Zürich. In dem kostenlosen Freibad erwartet dich ein grosses Freizeit- und Erholungsangebot. Sich in der Strömung treiben lassen, in der Sonne brutzeln, Fussball spielen, grillieren, Gummiboot fahren, picknicken, spazieren, planschen, schaukeln, Glace essen oder Yoga im Freien – hier ist für (fast) jeden etwas dabei.

Der Klugscheisser: Aufgrund des Namens der Insel wird die Badi oft nur „Werdinsel“ oder „Werdinseli“ genannt. Übrigens: Der Name „Werdinsel“ bedeutet eigentlich „Inselinsel“. Der Ausdruck „Werd“ stammt vom althochdeutschen „Werid“ bzw. mittelhochdeutschen „Wert“ ab, was nichts anderes als „Insel“ bzw. „Flussinsel“ bedeutet.

Wenn du die Badi betrittst, erblickst du vor dir als erstes eine grüne Liegewiese gespickt mit einigen grossen, alten Bäumen. Falls du bereits verschwitzt ankommst, findest du gleich zu deiner Rechten die erste und auch beliebteste Abkühlungsmöglichkeit der Werdinsel – den Limmat-Kanal. Hier kannst du dich herrlich im Fluss treiben lassen, die Strömung geniessen und dabei den Alltag vergessen. Leider ist das nasse Vergnügen bereits sehr schnell wieder vorbei – der schwimmbare Bereich des Kanals ist nur circa 100 Meter lang. Dafür hast du auf dieser Seite der Limmat immer genügend Wasser, um richtig schwimmen zu können, gute Einstiegsmöglichkeiten und einen Bademeister für Notfälle. Zudem gibt es ungefähr in der Mitte der Strecke ein sogenanntes Tarzan-Seil, das von einem Baum herunterhängt und zahlreiche Jugendliche anlockt.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Werdinsel kannst du dich bei genügend hohem Wasserstand über eine weite Distanz in der Limmat treiben lassen – dies allerdings auf eigene Gefahr. Hier siehst du – teilweise scharenweise – Gummiboote und andere wassertaugliche Gegenstände inklusive Besatzung an der Insel vorbei tuckern. Auf der Höhe des Eingangs zum Flussbad befindet sich auf der gegenüberliegenden Limmatseite ein beliebter Einstiegsort für Gummiboot-Touren.

Nun aber zurück zum Schwimmbad Au-Höngg: Hinter der Liegewiese findest du das Kinderparadies der Werdinsel. Auf der linken Seite des Weges liegt ein Kinder-Spielplatz mit einem drehbaren Kletterbaum sowie unterschiedlichen Schaukeln & Wippen. Auf der rechten Seite findest du zwei mit flachen Bächen verbundene Kinderplanschbecken. Damit die kleinen Besucher auch bei starkem Sonnenschein planschen können, sind Teile der Becken durch Schirme von der Sonne geschützt. Folgst du dem Weg noch ein kleines Stück weiter, so erreichst du ein grosses, weisses Haus, in dem du Umkleidekabinen, Duschen, WC’s und Schliessfächer findest. Gleich gegenüber liegt das kleine aber feine Restaurant Werdinsel.

Juan – der Feinschmecker: Meiner Meinung nach ist das Restaurant Werdinsel eines der besten Badi-Restaurants der Stadt Zürich. In dem kleinen Häusschen der Gartenwirtschaft werden zahlreiche Köstlichkeiten angeboten – von frischen, hausgemachten Wähen über ein vielfältiges Salatangebot bis hin zu verschiedenen Spezialitäten vom Grill. Alle Fleischprodukte sind aus der Schweiz und meist sogar biologisch. Hier wird für den grossen und kleinen Hunger gesorgt – und dies immer frisch, innovativ und sehr lecker. Für Schleckmäuler gibt’s zudem selbstgebackenen Kuchen, Brownies und Glace. Ich genehmige mir im Restaurant Werdinsel nach langen, heissen Arbeitstagen am liebsten einen italienischen Pastasalat aus Muschelnudeln, Tomaten, Mozzarella und viel Pesto – genau das Richtige nach einer ersten kurzen Abkühlung in der Limmat. Dein Essen kannst du auf dem lauschigen Kiesplatz unter grossen, schattenspendenden Bäumen an einem der zahlreichen Holztischen geniessen. Und auch die Preise sind in Anbetracht der Qualität des Essens und der Location äusserst fair gestaltet. Das Restaurant ist also nicht ohne Grund unter den Badegästen und Spaziergängern der Werdinsel sehr beliebt. Was jedoch auch dazu führt, dass die Tische an schönen Tagen schnell besetzt, die Schlangen lang und gewisse Produkte teilweise sogar ausverkauft sind. Ein letzter Tipp: Das Werdinsel-Team informiert dich über Twitter und Facebook, ob und wie lange das Restaurant geöffnet hat.

Für diejenigen, die ihr Steak oder ihre Tofu-Wurst lieber selbst grillieren, steht hinter dem weissen Haus ein grosszügiger Grillplatz mit zwölf Grillstellen zur Verfügung. Du musst lediglich dein Essen und Holzkohle selbst mitbringen und schon kann’s losgehen. Hier triffst du oft auf ganze Familien oder Gruppen von Jugendlichen, die noch bis spät in die Nacht gemütlich zusammensitzen und die Naturoase geniessen.

David – der Sportliche: Auf der Werdinsel gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung. Am liebsten schwimme ich im Kanal gegen die Strömung an. Es ist ein tolles Gefühl die Stärke des Wassers zu fühlen und sich danach auch einfach einmal nur treiben zu lassen. Hinter dem Haus findest du eine kleine Fussball-Wiese, die rege für unterschiedliche Sportarten – von Baseball bis Frisbee – genutzt wird. Zudem werden auf der Werdinsel auch Boot Camp Kurse, Yoga und Qi Gong angeboten.

Das Bad Au-Höngg ist bei Zürchern, aber auch bei angereisten Besuchern, sehr beliebt – und dies bei den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen. Du triffst hier auf einen grossen Mix aus Jung und Alt, aus Familien mit kleinen Kindern, Gruppen von Jugendlichen, Sonnenanbetern, Bade-Freunden, aber auch aus Spaziergängern und Hündelern, die das Freibad auf ihrem Weg über die Insel durchqueren. Das Areal ist immer offen und für alle gratis zugänglich. Lediglich die Umkleidekabinen, WC’s & Schliessfächer sind nur zu den Bad-Öffnungszeiten nutzbar.

Kurzinterview mit Simon Köchling – Betriebsleiter Flussbad Au-Höngg (Werdinseli)

ZURICH BY TRAM: Wie unterscheidet sich das Flussbad Au-Höngg von anderen Freibädern der Stadt Zürich?

SIMON KÖCHLING: Gratisbad, Schwimmen im Fluss, sehr friedliches, multikulturelles Koexistieren.

ZURICH BY TRAM: Wo befindet sich der Lieblingsplatz der Badi-Besucher?

SIMON KÖCHLING: Das ist ganz unterschiedlich: Für die einen ist es der Grillplatz, wo man am Wochenende mit der ganzen Familie schlemmt, für die Kleinen der Spielplatz und das Planschbecken, für die Sonnenanbeter die Liegewiese, für die Jugendlichen die Brücke und das Tarzanseil, wo man den Ladys imponieren kann, für manche der Kanal, wo man sich im Wasser abkühlen und von der Strömung treiben lassen kann und für wieder andere die Gartenwirtschaft, wo man richtig gutes und auch gesundes Essen bekommt.

ZURICH BY TRAM: Wie viele Besucher hat das Flussbad Au-Höngg ca. pro Jahr?

SIMON KÖCHLING: Das ist sehr schwierig zu beurteilen, da wir erstens keinen fixen Eingangsbereich mit Kasse haben, wo man gut zählen kann, und zweitens weil wir noch stärker Wetter- und vor allem Temperaturabhängig sind, als die Beckenbäder. Über die letzten fünf Jahre schätze ich im Durchschnitt ca. 140’000 Besucher pro Saison (Ausgenommen das verregnete Jahr 2014)

ZURICH BY TRAM: Was war das tollste Ereignis, das Sie in der Badi Au-Höngg erlebt haben?

SIMON KÖCHLING: Ein Firmenevent, an dem der gesamte Grillplatz in ein Gallier-Dorf verwandelt wurde – mit Hütten, Spanferkel, Zaubertrank und Schauspielern.

ZURICH BY TRAM: Und zu guter Letzt: Gibt es eine Geschichte zum Flussbad, die Sie uns erzählen möchten? Oder einen letzter Ratschlag, Tipp oder Wunsch?

SIMON KÖCHLING: Geschichten erleben wir jeden Tag neue – positive und negative. Da käme ich aus dem Erzählen nicht mehr raus. Kommen Sie einfach mit guter Laune und Badesachen im Gepäck vorbei und machen Sie sich selbst ein Bild.

Hinter der Badi, auf dem unten Teil der Werdinsel, befindet sich eine offizielle FKK-Badestelle. Bereits in den 1960er-Jahren wurde hier erstmals nackt gebadet – damals allerdings noch illegal. Heute ist das „Blütle“ auf der Werdinsel erlaubt, wenn auch nach wie vor nicht von allen gern gesehen. Besonders die Gay-Szene, welche sich vor allem an der Spitze der Insel trifft, sorgte bei Anwohnern und Besuchern schon oft für Aufruhr und Klagen. Ein fröhliches Miteinander fordert einiges an Toleranz und Rücksichtnahme von beiden Seiten – was aber in Zwischenzeit mit Hilfe von deutlichen Beschilderungen meist ganz gut klappt.

Seit dem Jahr 1999 hat die Werdinsel ihr eigenes kleines – und kostenloses! – Musikfestival namens „Werdinsel Openair“. Bis auf wenige Ausnahmen konntest du hier seither jährlich den Musikern lauschen, dir den Bauch an den Ständen vollschlagen und kühles Bier trinken. Die Musik besteht jeweils aus einem Mix von unterschiedlichen Musikstilen. Besonders oft hörst du junge bzw. neue Künstler aus der Schweiz. Im Jahr 2017 macht das Werdinsel Openair leider wieder Pause, aber wir freue uns bereits auf ein tolles Musikfest im 2018.

Klugscheisser: Die Werdinsel entstand im Jahr 1896, als für das Flusskraftwerk ein Kanal gegraben wurde. Die Zürcher Stadtbevölkerung entdeckte die kleine Insel bereits in den 60er-Jahren als Erholungs- und Badeort – auch wenn das Areal damals noch Viktor Tognazzo gehörte, der darauf einen Schrottplatz betrieb. Erst im Jahr 1981 übernahm die Stadt Zürich das Areal komplett und die letzten Autowracks verschwanden von der Insel. Im Jahr 1971 musste, infolge von katastrophaler Wasserqualität, ein zehnjähriges Badeverbot verhängt werden. Darauf folgten einige bauliche Veränderungen auf der Werdinsel. Die Kanalisation wurde endlich saniert, die alte Holzbaracke, die als Garderobe diente wurde abgerissen und das heutige Kinder-Planschbecken erstellt. Im Jahr 1993 folgte der Bau des grossen, weissen Garderoben- und Dienstgebäudes.

Das Flussbad Au-Höngg erreichst du, indem du mit dem Tram der Linie 17 bis zur Haltestelle Tüffenwies fährst. Von hier aus ist die Insel bereits ausgeschildert. Du bewegst dich wenige Meter unterhalb der Europabrücke in Richtung Norden bis zum Fischerweg. Diesem folgst du in Flussrichtung bis zum Hönggerwehr – einem grossen Betonkonstrukt, das dich über die Limmat führt. Von hier oben hast du eine fantastische Aussicht auf die tosende Wassermenge, die unter dir hinab rauscht. Kaum hast du dich von diesem Blick erholt, betrittst du auch bereits die Werdinsel.

Kategorien:
Linie: 17
Kreis: 10

Öffnungszeiten:
13. Mai bis 11. September 2017
9 bis 11 Uhr (bei jeder Witterung)
11 bis 20 Uhr (je nach Witterung)

Preise:
kostenlos

Kontakt:
Werdinsel 2
8049 Zürich

Telefon 044 341 71 93
Leitung: Simon Köchling

Web: www.stadt-zuerich.ch/flussbad-au-hoengg

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